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Leise Hardware und lüfterlose Computer

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 Fertige Systeme
Uwe Offline

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Beiträge: 114

10.12.2007 23:57
Arbeitsrechner 2 / AMD X2 3800+, GF 6200 Zitat · antworten

Die Vorgabe für mich bestand aus einem halbwegs schnellen, modernen, leisen und stromsparenden Allroundrechner (Alter siehe unten). Kleinere Spiele sind möglich, für die etwas anspruchsvolleren Sachen ist eh ein anderes System vorhanden. Hauptaufgabe sind Internet, Office, Faxgerät, Musik- und Fimabspiel-/aufnahmemöglichkeit. Für meinen momentanen alten Röhren-TV reicht sogar die Ausgabe vollkommen. Musik wird direkt an eine entsprechende Anlage übergeben.

Die Hardware allgemein:
-AMD Athlon A64 X2 3800+ (2000MHz @1,175V)
-Mainboard ECS KV2-Extreme
-2x 1024MB MDT PC400 DDR-RAM
-Grafikkarte Gainward GF6200 256MB
-Samsung SP1614C
-LG CD-ROM
-LG DVD-Brenner
-Festplattenwechselrahmen
-AVM ISDN-Karte (für Fax)
-TechniSat SkyStar HD
-Netzteil Engelking U1

Gehäuse:
Atrix Miditower mit serienmäßiger Temperaturanzeige und Seitenwand wie auch Deckel aus Lochblech. Mit einigen Schnitten am Innengerüst war der recht schnell soweit vorbereitet. Der Festplattenkäfig wurde natürlich ebenfalls entfernt. Als kleines I-Tüpfelchen wurde dann noch das eigentlich silberne Frontgitter gehen ein schwarzes ausgetauscht. Die recht praktische Fronttür vertuscht jedes noch so häßlich aussehende Laufwerk. Da es mir am praktischen liegt, wurde eingebaut, was vorhanden war. Klappe zu...sieht man nicht.
Von hinten vollkommen unauffällig. Man sieht und ahnt rein gar nichts.


Innenaufbau:
Eine weitere Vorgabe von mir selbst bestand darin, alle Teile innerhalb des Gehäuses zu plazieren. Von außen und allen Seiten sollte nichts außer einem ganz normalen PC zu sehen sein.
Somit wurde das Netzteil im oberen 5,25"-Schacht plaziert und kann somit seine Wärme optimal durch den aus Lochblech bestehenden Deckel abgeben. Das Netzkabel wurde dabei fest installiert und durch das Gehäuse nach hinten geführt. Der Rest eines alten Netzteiles dient als Verbindung zur Außenwelt. Das Netzteil besitzt oben auf sowie auf einer Seite Kühlkörper, an denen etwa 40°C erreicht, was laut Hersteller absolut unbedenklich ist. Auf einigen Bildern ist noch ein anderes Netzteil erkennbar, was aber nicht mehr verwendet wird.
Die Festplatte sitzt in einer Kühl-/Dämmbox, welche von einem Bekannten in Eigenarbeit erfunden und vertrieben wird. Diese Box dämmt Geräusche bis auf ein nicht wahrnehmbares Minimum und kühlt zugleich. Sie ist jeder im Moment käuflichen Version von Konstruktionen solcher Art weit überlegen. Informationen und Kontakt zum Anbieter gibt es bei mir. Da der PC nie transportiert wird, liegt die Box nur auf dem Boden. Auch hier ist auf einigen Bildern eine ältere Eigenkonstruktion zu sehen.
Das Mainboard bleibt erstaundlicherweise recht kühl. Original sitzt auf der Northbridge ein 40mm-Luftquirl, der als erstes entfernt und durch einen Passivkühler eines anderen Mainboards ersetzt wurde. Man könnte es zwar auch so betreiben, aber da ich das Werzeug zur Hand hatte und ich mein Gewissen beruhigen wollte, wurde es zusätzlich über die Rückseite gekühlt. Zwei 5mm dicke Wärmeleitpads unter den Spannungswandlern und der Northbridge sowie einen flachen Rippenkühlkörper dagegengespannt und die Sache war in 30min erledigt. Das ursprünglich schon vorhandene Loch im Mainboardträger wurde nur entsprechend vergrößert. Der Kühlkörper selbst wird mit Hilfe der herausschauenden Gewinde der Mainboardabstandshalter und einiger stabieler Blechstreifen gehalten. Ist nicht schön, sieht man nicht, aber es hilft. Das Ergebnis sind immerhin 5°C weniger an der Northbridge. Die Spannungswandler habe ich vorher nicht gemessen, aber jetzt liegen sie bei knappen 45°C. Sämtliches Kabelwirrwar wurde einfach neben den Floppyschacht gestopft. Auch hier gilt für mich: Wenn es keiner sieht, egal wie, Hauptsache aus dem Weg.



Der CPU Kühler:
Das eigentliche Prunkstück, der CPU-Kühler, besteht aus einem alten Kühler aus einem Shuttle-PC, dem die Finnen entfernt wurden, zwei Kühlplatten von 200x250x25mm und vier selbst gefertigten Kupferpassungen für die Heatepipes. Leider habe ich während des Zusammenbaues vergessen, weitere Bilder zu machen. Ich war einfach zu schnell. Zum besseren Verständnis muß eine Zeichnung und die Bilder vom fertigen Zustand dienen.
Beide Kühlplatten, zwischen denen die Heatepipes mit den Passungen eingeklemmt sind, stehen senkrecht im Gehäuse und werden oben von zwei Querträgern gehalten. Lediglich einige Schrauben, die durch beide Platten gehen, pressen die Konstruktion auf die Heatepipes. Man erkennt sie weiter oben in dem Bild. Die etwas eigenartige Anordnung bedingt sich durch die Passungen. Zwischen je zwei Schrauben liegt so ein Block. Die Wärme kann optimal nach allen Seiten abgegeben werden.
Der Block auf der CPU wurde mit zwei Alu-Winkeln (ich hatte kein U-Profil) in den dafür vorgesehen Löchern mit der Backplane verschraubt. Mit Gefühl angezogen bis sich das Board leicht verbiegt und gut ist. Die Federn halten nur das Retentionsmodul an seinem Platz, welches nur aus Sicherheitsgründen dort belassen wurde.
Damit die Kühlplatten auch Platz im Gehäuse finden, wurden sie unten etwas ausgeklingt. Damit konnten auch die Heatepipes mit den Passungen etwas weiter mittig an den Platten angebracht werden. Sonst wäre die Verbindung weit unten gewesen, was sich für eine gleichmäßigen Wärmeverteilung negativ ausgewirkt hätte.


Die Kühlplatten sind eigentlich für die CPU etwas überdimensioniert. Allerdings ist das auch gut so und sie lagen eh schon Wochen im Schrank. Eigentlich ist die von mir gewählte Konstruktion für eine optimale Wärmeübertragung sehr ungünstig. Die Heatepipes führen von der Wärmequelle (CPU) erst nach unten, womit ihre Funktion etwas eingeschränkt wird. Dafür das sie von Hand und in teilweise engen Bögen gebogen sind, funktionieren sie erstaunlicherweise noch recht gut. Der Temperaturunterschied CPU-Block bis zum Heatpipeende beträgt keine 5°C. Außerdem sind sie sehr unsauber gebogen. Teilweise sind sie ziemlich plattgequetscht. Reicht aber immer noch, die CPU sicher an heißen Sommertagen zu kühlen. Mit einer besseren Konstruktion und besseren Aufbau ließe sich das etwas kleiner und leichter gestalten. Aber es reicht und paßt und bleibt.
Die Grafikkarte erhielt, auch wenn der originale Kühlkörper völlig ausreicht, einen BeQuiet PolarFreezer spendiert. Damit überhitzt sie mit Sicherheit nicht und die Wärme wird gleichmäßig an die Umgebung abgegeben.

Daten, Zahlen, Fakten:
Die drei zum Gehäuse gehörenden Temperaturfühler (Senfu) habe ich an Festplatte, CPU und Northbrigde angebracht. Die anderen Werte stammen von der Monitoringsoftware des Mainboardherstellers (MSM) , Everest und RMClock (RMC) sowie einem Stromverbrauchsmeßgerät von Conrad.
Temperaturen:
CPU Idle - MSM 33°C, RMC 32°C, Senfu 32°C
CPU Last - MSM 50°C, RMC 54°C, Senfu 48°C
Northbridge - Senfu 35°C bis maximal 45°C
System - MSM 27°C (???)
Festplatte - Everest 34°C, Senfu 36°C
Grafik - Treibertool 40°C bis 44°C
Die Temperaturen entsprechen den höchsten bisher abgelesenen Werten.
Die CPU wird mittels RMClock zwischen 1000MHz bei 1,1V im Idle und 2000MHz bei 1,175V unter Last getaktet.
Die Senfu an der Festplatte habe ich oberhalb auf der Platte direkt über der Motorachse plaziert.

Stromverbrauch:
Idle - 52Watt
Load - 94Watt

Das einzige, was in einem Abstand von knappen 10 bis 20cm noch zu hören ist, ist das leise Säuseln der Festplatte.
An seinem Platz unterm Schreibtisch ist er nicht mehr wahrnehmbar. Wenigstens hat er an der Front ein großes Display und einige helle LEDs, sonst wüßte ich nicht, ob er überhaupt eingeschaltet ist.

Das gute Stück verrichtet nunmehr seit Anfang November 2006 absolut zuverlässig seinen Dienst und läuft dabei täglich mindestens 16 Stunden, teilweise sogar rund um die Uhr. Einzig das zuerst verbaute Netzteil hatte ein Problem und wurde ausgetauscht.
Die Bauzeit betrug aufgrund der recht einfachen Konstruktion, knapp drei Monate nach Feierabend und an Wochenenden.

April 2009 ist auch für diesen Rechner die Zeit abgelaufen. Die Hardware veraltet und teilweise zu langsam. Ohne Fehlfunktion und ohne Neuinstallation hat er nun gut zweieinhalb Jahre seinen Dienst getan und ist Geschichte.

Uwe

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